Dienstag, 29. März 2011

Rückfall

Es musste ja so kommen. Schließlich bin ich nicht Gott. Jeder weiß doch, dass wenn man einmal krank war und dann wieder einen Rückschlag hat, dieser viel schlimmer ist, als die Krankheit selbst. So geht es auch mit den Gefühlen daher. Am Wochenende hatte ich meinen entgültigen Tiefpunkt erreicht. Ich war eigentlich ganz gut gelaunt, ich meine es war Samstag und ich hatte das Wochenende vor mir. In einem meiner Lieblingsgeschäfte, habe ich eine Tasche entdeckt, nichts besonderes, einfach und schlicht. Während ich in die Tasche hineinsah näherte sich mir mein Unheil. Mir lief ein eiskalter Schauer dem Rücken hinunter, als ich eine mir allzu vertraute Stimme hörte. Schon in dem Moment, indem ich mich umdrehte, stiegen mir die Tränen in die Augen, warum auch immer. Als wäre das nicht schlimm genug, wurde mein hartes Training überfällig, denn alles, was ich bis dahin erfolgreich verdrängt hatte, war wieder zurück. Ich wollte es ja nicht, aber was hätte ich machen sollen. Ich hörte zu, und ich bin mir sicher, dass es nicht nur aus Höflichkeit war. Ich fand es ganz gut, mal wieder etwas von meiner Mitwelt mitzubekommen. Schließlich hatte ich mich abgegrenzt gegenüber Ihr verhalten. Das war auch gut so, aber dennoch hatte ich alles, was im Umkreis von Ihr passiert ist, unwillkürlich verpasst. Was hatte ich in meinem letzten Text geschrieben? Es tut gut gebraucht und vermisst zu werden? Nein, ich widerrufe diese Aussage. Wenn ihr mich fragt, es tut saumäßig weh. Ich will das nicht. Das hat wieder etwas mit mangelnder Selbstkontrolle zu tun. Eigentlich müsste ich stolz auf mich sein, schließlich hatte ich meine Mimik und Gestik im Griff, hatte nicht angefangen zu weinen oder zu schluchzen. Dennoch konnte ich diesen Tag nicht mehr geniesen. Es saß wie ein Kloß in meiner Kehle. Das war nicht geplant. Ich wollte Niemanden verletzten, an sie habe ich aber nicht gedacht. Ich werden ihr nie wieder in die Augen sehen können. "Bis demnächst", hat sie gesagt. Ich hätte ihr die Wahrheit sagen können, doch ich war zu feige. Es wird kein "demnächst" geben.